Exter: Im Ortszentrum (2004)
Denkmalschutz in Vlotho
Ein Spaziergang auf dem Geschichtslehrpfad (Stationen 1 - 4)

1995 trugen zum Tag des offenen Denkmals Stadtverwaltung, Heimatverein und Geschichtswerkstatt eine gemeinsame Aktion: Aus einer Reihe von denkmalgeschützten Gebäuden und Einrichtungen in Vlotho waren stellvertretend einige Objekte ausgewählt worden, an denen an diesem 10. September die offizielle Denkmalsplakette des Landes Nordrhein-Westfalen angebracht wurde.



1. Ansicht um 1950 - Die 1929 in ihrer heutigen Form nach einem Brand neu erbaute Schöningsche Fabrik steht stellvertretend für die einstige Bedeutung der Zigarrenindustrie in der Weserstadt. In den besten Zeiten fanden hier etwa 800 Menschen Arbeit und Brot, bis das Unternehmen 1971 dem in den 1960er-Jahren einsetzende Firmensterben in der Tabakbranche zum Opfer fiel. Heute hat neben Jugendzentrum, Jugendkunstschule und der Stadtbücherei auch die Heimatstube des Heimatvereins ihren Platz gefunden. Hier wurde eine vielfältige Sammlung musealer Gegenstände zusammengetragen, eines der vielen sehenswerten Objekte ist der aus verschiedenen Quellen rekonstruierte sog. "Tante-Emma-Laden".

Für Kontakte zum Heimatverein: G. Apke, Gartenstraße 10, Tel. 05733/89902 und Dr. U. Malz, Langestraße 138, Tel. 05733/3340, beide 32602 Vlotho.

2. Motivpostkarte der früheren Sparkasse Vlotho - Die evangelisch-lutherische Stephanskirche geht in ihren Grundmauern auf die 1325 geweihte Klosterkirche des Klosters Segensthal zurückgeht. Die heute evangelisch-lutherische Kirche war Gemeindezentrum der Vlothoer Schiffergilde, an die von deren Mitgliedern gestiftete Sakralgegenstände wie Abendmahlskelch und Taufschale wie das unter der Decke der Kirche aufgehängte Modell eines Segelschiffes erinnern.

3. Ansicht um 1950 - Das Haus Malz in Vlothos "Langer Straße" ist heute nach der langwierigen und aufwändigen Renovierung eines der schönsten Gebäude in unserer Stadt, ein typischer Vertreter der sog. Weser-Renaissance. Markant ist der "Utlucht" (= Ausguck) genannte Vorsprung. In der Zwischenzeit (2006) hat das Haus den Besitzer gewechselt. Eine Stiftung des LWL (Landschaftsverband Westfalen-Lippe) übernahm das Gebäude, das einer weiteren Renovierung bedarf.

4. Ansicht um 1950 - Die alte Bürgerschule an der Herrenwiese wurde 1910 eingeweiht und gilt als wichtiges Zeugnis eines repräsentativen öffentlichen Gebäudes der wilhelminischen Ära. Der VLOTHOER ANZEIGER bezeichnete ihr Ambiente als "Charme eines Schulgebäudes á la Feuerzangenbowle."






5. Ansicht Okt. 2005 - Die heutige katholische Heilig-Kreuz-Kirche in Vlotho ist in unserer Zeit entstanden, der denkmalgeschützte Turm wurde 1907 errichtet. Eine katholisches Gotteshaus gab es hier schon 1741. Weil die damalige Bevölkerung Vlothos mehrheitlich einer anderen Glaubensrichtung angehörte, durfte es allerdings nicht innerhalb der Stadtgrenzen errichtet werden; die alte Kirche lag genau 1400 Schritte vor der Stadtgrenze.





6. Ansicht Dez. 1999 - Das Privathaus an der Adresse Valdorfer Straße Nr. 116 repräsentiert den Übergang vom Fachwerk- zum Steinhaus-Bau. Es liegt an der Grenze von Valdorf zu Vlotho direkt am "Salzweg" vergangener Zeiten. Als Beweis vorhandener Kaisertreue des Erbauers (1885, Zigarrenmeister Diestelmeier) ziert ein Tonadler einen der Giebel. Vielleicht führte er die Denkmalschützer auf eine falsche Spur, die den Bau als altes Gerichts- und Zollhaus einordneten.