(27) Hagenmühle

GPS N52.125841 E8.777670
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Bild: Das dreigeschossige Gebäude, Glimkestraße 2 (Ecke Detmolder Str./Glimkestraße) war einst eine der ältesten Mühlen in Exter. Sie gehörte zum Hardenhof, für 1814 ist der Betrieb mit zwei Wasserrädern bekannt.

Die Genehmigung zum Bau der Mühle soll 1643 der Bauer Hardwig Harde von Herzog Wolfgang Wilhelm erhalten haben. Der Hof war vom Besitzer, dem Frauenkloster Herford, an die Ritter von Westfalen verlehnt. Nach der Säkularisation, während der kirchliches Eigentum enteignet wurde, kam der Hardenhof in den Besitz des Vlothoer Fabrikanten Georg Otto Brandt, der 1816 weiter an den Ökonom Brune verkaufte. Dieser veräußerte nach und nach Teile seines Besitzes. So entstanden hier 18 neue Bauernstellen.

Der Name »Hagenmühle« geht auf die »Hardenmühle« zurück und entstand durch Verschleifung. Als in Preußen der Mühlenzwang eingeführt wurde, war auch hier nur noch das Mahlen für den Eigenbedarf erlaubt. Erst 1807 wurde in napoleonischer Zeit im Zuge der Gewerbefreiheit dieser Mühlenbann aufgehoben.

Bild: Links: Eine sehr seltene und schöne Fotografie aus der Zeit um 1900. So sah die alte Hardenmühle aus. Rechts: 1904 wurde dieser Bau errichtet. In der Bildmitte wahrscheinlich die Familie Sasse.

1904 bekam die Mühle einen neuen Besitzer. Friedrich Sasse baute 1904 ein neues Wohn- und Mühlenhaus. Zum Einsatz kam ein Wasserrad mit 8,50 m Durchmesser und drei Gängen. Das Wasserrad wurde mittelschächtig mit Wasser aus der Salze und oberschächtig aus einem Stauteich betrieben. 1924 übernahm eine Turbine seine Arbeit, ein Elektromotor kam hinzu. Besitzer war in dieser Zeit Heinrich Burre. Ende der 50er Jahre wurde die Mühle vollständig zu einem Wohnhaus umgebaut.

Bild: Ein Blick über das Glimkebachtal vom Hollenhagen aus. Im Hintergrund befindet sich der Solterberg mit einer Windkraftanlage, am Horizont ist der Bonstapel zu erkennen. - Links ist das Industriegebiet Exter zu sehen, weit rechts daneben die »Eichholz-Siedlung«. Im Vordergrund von links nach rechts: Das Haus Hardenmühle, dahinter das ehemalige Hauptbaus von Exter Nr. 48 (Meise), davor die Gehöfte Menne und Combrink. Der breite Gebäudekomplex wird industriell genutzt durch die Firma, der Anbau rechts mit den Oberlichtern entstand erst in den 1990er-Jahren. Im Haus rechts darüber waren im II. Weltkrieg Kriegsgefangene untergebracht.

Die 1910 neben der Mühle errichtete Möbelfabrik Hoberg ging 1936 an den Fabrikanten Droste über. Über einen Gleisanschluss der Kleinbahn wurden Hölzer angeliefert und auf dem Rückweg Möbel transportiert. Nach der Übernahme durch den Fabrikanten Rose und weiterem Besitzerwechsel (DICO-Stahlrohrmöbel) produziert hier heute die Firma Kollodur Möbelfolien.

Bilder: Gegenüber der Mühle an der Detmolder Straße hatte Gustav Wrachtrup ab 1903 eine Gaststätte mit Fahrkartenverkauf betrieben. Die Haltestelle der Herforder Kleinbahnen wurde "Hagenmühle" genannt. Auch später nutzten diese Punkt unter verschiedenen Betreibern Buslinien von Exter über Bad Salzuflen nach Herford. Nach Betriebsschluss der Kleinbahn etablierte sich 1970 hier die Nachtbar "je t'aime", die 1971 abbrannte. Heute wird das Gebäude als Wohnhaus genutzt.


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