Exter: Im Ortszentrum (2004)
Menschen und Objekte
Schmiede Arning
(aus Z06 gwsplitter »Neu Südmersen«)
Text: Karsten Adam (gekürzt)

Die Geschichte der Schmiede Arning in der damaligen Bauerschaft Schwarzenmoor beginnt mit Heinrich Friedrich Wilhelm Arning (Heuerling und Schmied), der am 19. Mai 1849 in Kirchlengern geboren wurde. Im Jahre 1875 heiratete er in zweiter Ehe Emilie Louise Friderike Quest. Sohn Friedrich Wilhelm Arning, wurde am 1. Januar 1881 auf der Hofstätte Schwarzenmoor Nr. 38a geboren.

Schwarzenmoor 38a im Jahr 2006 Bild: 2006 - Im Bild: Schwarzenmoor 38 a heute 1885 baute der Schmied in unmittelbarer Nachbarschaft Haus und Schmiede Schwarzenmoor Nr. 136. Bis Dezember 1900 wurden weitere fünf Kinder geboren.

Sohn Friedrich Wilhelm Arning übernahm als gelernter Schmied den väterlichen Betrieb. Er heiratete am 2. November 1906 Anna Pauline Auguste Güse. Von drei gemeinsamen Töchtern wurden zwei auf Schwarzenmoor Nr. 136 geboren. Die dritte Tochter, Hilda, erblickte auf Schwarzenmoor Nr. 162 das Licht der Welt. Dieses neue Wohnhaus mit Schmiede war in den Jahren 1913/14 wurde auf der anderen Straßenseite als Backsteinbau errichtet.

Im Zusammenhang mit dem Genehmigungsverfahren wurden für den Fall der Beschäftigung gewerblicher Arbeiter in der Schmiede diese gewerbepolizeilichen Anforderungen gestellt:


1. Die Fenster sind in den Oberteilen als Kippflügel einzurichten, die um die Unterkante nach innen fallen und vom Fussboden aus verstellt werden können. Die Hälfte der übrigen Fensterfläche muss gleichfalls öffenbar sein.

2. Die Decke ist zu verschalen oder glatt zu putzen.

3. Den Arbeitern ist Gelegenheit zu geben, ihre bei der Arbeit angelegten Kleider gegen Staub geschützt aufzubewahren und sich die Hände zu waschen.

4. Die Haube über dem Schmiedefeuer ist mit herunterklappbaren Blechen oder mit ähnlichen Schutzvorrichtungen zu versehen, die es verhindern, dass die Arbeiter durch Dünste belästigt werden.

5. Die Abortgrube ist durch ein bis über Dach führendes Rohr besonders zu entlüften.

Nach Inbetriebnahme ersuche ich um gefl. Mitteilung, ob die Anforderungen erfüllt sind, gegebenenfalls unter Beifügung des Katasterblattes, falls ein solches notwendig ist.
 

Hauptarbeit in der Schmiede war das Beschlagen der Pferde der umliegenden Höfe sowie der Beschlag von Wagenrädern, Eggen usw. Es wird berichtet, dass Friedrich Wilhelm Arning selbst keinen Meisterbrief als Schmied hatte, allerdings Gesellen ausbilden durfte. Diese wohnten häufig in der näheren Umgebung. Wenn keine Gesellen ausgebildet wurden, musste auch seine Frau bei der schweren Arbeit mit zupacken.

Vor der Zufahrt zur Schmiede soll es einen großen Mahlstein gegeben haben, der, eben in den Boden eingelassen, dazu diente, Wagenräder flach liegend mit dem Eisenrad neu zu bestücken. Dabei lag die Radnarbe im Zentrum des Mahlsteins und konnte gut von zwei Personen bearbeitet werden.

Auf dem Homberghof Falkendiek Nr. 61 Hufeisenformen (Schmiede Hense, Wüsten)

Bild links: o. J. - Auf dem Homberghof, Falkendiek Nr. 61, mit zehn Pferden im Bild.
Bild rechts: 2014 - Diese Schautafel in einer nicht mehr betriebenen Schmiede in der Nachbarschaft bietet einen kleinen Überblick über die Vielfalt der Hufeisenformen.

Auf den Höfen in der Umgebung, meist mit Flächen zwischen 20 und 40 Hektar, wurden in der Regel zwei bis fünf Pferde gehalten. Der größte Hof mit etwa 54 Hektar war der Homberghof in der Nachbargemeinde Falkendiek, der nach dem Landwirtschaftlichen Adressbuch von 1931 zwölf Pferde hielt.

Ackerpferde müssen anders beschlagen werden als die Zugtiere für Fuhrwerke oder Brauereien, die einen festen breiten Stand auf den Straßen brauchen. Die Enden der Eisen für Äcker und andere landwirtschaftlich genutzte Flächen werden enger zusammen mit dem Tragerand der Hufe angebracht. Nägel, Stollen und aufgestellte Hufeisenenden wurden an die jeweilige Arbeit und die Bedürfnisse des Pferdes angepasst. Fehlstellungen der Hufe, einseitige Abnutzung oder Krankheiten an den Hufen oder bei älteren Pferden an den Sehnen kann ein erfahrener Hufschmied ausgleichen oder damit verbundene Schmerzen reduzieren.