Exter: Im Ortszentrum (2004)
"Durch diese hohle Gasse muss er kommen"!
Text: August-Wilhelm König [0]

Mit Hohlwegen in die Verkehrsgeschichte Dieser Aufsatz erschien im "Historischen Jahrbuch für den Kreis Herford" Jahrgang 2007 (Inhaltsübersicht).

Bild: (2006) Hohlwegebündel am Stuckenberg bei Herford zwischen "Hotel Waldesrand" und dem Wasserhochbehälter. Im Hintergrund die Vlothoer Straße.

Es gibt noch Geheimnisse. Es gibt sie in unserer Landschaft, oft nur wenige Schritte von unseren stark befahrenen Straßen entfernt. Wir finden tiefe Einschnitte in der Erdoberfläche, manchmal noch als Wald- oder Feldweg genutzt und plötzlich enden sie: Die Hohlwege.

Am Stuckenberg vor Herford liegt zwischen dem Hotel Waldesrand und dem Wasserhochbehälter direkt neben der Vlothoer Straße gleich ein ganzes Bündel von Hohlwegen. Es sind sieben nebeneinander liegende Hohlwegestränge, die, nachdem sie ausgedient hatten, durch ihre Hanglage für den späteren Ackerbau nicht interessant waren, die aufgeforstet wurden und im Wald des Stuckenberges in Vergessenheit gerieten.

Beispiele wie dieses waren vor einigen Jahren der Ausgangspunkt und die Initialzündung für die Forschungen der Geschichtswerkstatt Exter zu diesem Thema. Mittlerweile sind über 200 Hohlwege und Hohlwegereste in dem Untersuchungsgebiet kartiert und in einem Kataster erfasst. Das Gebiet reicht über den bergigen östlichen Teil des Kreises Herford hinaus und liegt zwischen Werre, Weser, Kalle und Bega, zwischen Herford, Bad Oeynhausen, Kalletal, Lemgo und Bad Salzuflen.

Die dokumentierten Spuren in der Landschaft werfen nun einige Fragen auf. Wie entstanden die tiefen Hohlwege? - Wohin führten die Wege? - Wer nutzte sie? Die Beantwortung dieser und weiterer Fragen wird in den folgenden Ausführungen auf der Grundlage des momentanen Forschungsstandes der Geschichtswerkstatt behandelt.

Die Grundvoraussetzung zur Entstehung von Hohlwegen ist die Hanglage. Mindestens ein Gefälle von zwei Prozent ist erforderlich. [1] Diese topographische Gegebenheit ist im vorhandenen Berg- und Hügelland des Untersuchungsgebietes an vielen Stellen anzutreffen. Hinzu kommen die Störungen der Erdoberfläche durch Räder der Fuhrwerke und durch die Hufe der Zugtiere. In der Regel waren dies Ochsen und Pferde. Viehherden und Menschen zu Fuß vervollständigen die Ursachen für die Gefügestörungen. Regenwasser schwemmte die so aufgewühlten Oberflächenschichten aus. Dieser Vorgang wiederholte sich je nach Benutzungsintensität und führte zur Eintiefung der Fahrwege in den Untergrund. Nicht nur die Qualität des geologischen Untergrundes war verantwortlich für die entstandene Tiefe des Hohlweges, so erfolgte die Erosion eines Lößbodens schneller als die von Steinschichten, auch der Zeitraum der Nutzung war davon abhängig.

Wir wissen nun allgemein wie Hohlwege entstanden sind. Die spannende Frage aber ist: Wie war das Wegebeziehungsgeflecht? Mit dieser Fragestellung wurde auf der Grundlage der vorgefundenen Wegereste begonnen, das Wegenetz zu rekonstruieren.

Dazu konnte auf das älteste Kartenmaterial zurückgegriffen werden - auf die Karten von General Mayor LeCoq von 1805, die preußische Kartenaufnahme (Uraufnahme) 1836-1842 und die Messtischblätter/topographische Karte 1891-1912. Für die Zeit davor konnten schriftliche Quellen, wie Urbare, Register und Akten herangezogen werden. Es gab außerdem mündliche Überlieferungen von den älteren Leuten, die wiederum von ihren Vorfahren von den alten Wegen wussten.

Bis auf die Arbeiten von Pape im hiesigen Raum konnten eher die Aspekte der großräumigen Verkehrsgeschichte der bisher erschienenen Literatur entnommen werden. [2]

Frankfurter Weg und Kölner Straße hinterlassen Spuren

Bild: Die topografischen Voraussetzungen bestimmten im Mittelalter die Verkehrswegeführung. Dargestellt sind die wichtigsten Routen der Kölner straße und des Frankfurter Weges, eregänzend eingezeichnet die strategisch günstig gelegenen Standorte der Burgen: Wer die Wege kontrollierte, hatte die Macht

Ein Großteil der vorgefundenen Hohlwegereste im Untersuchungsgebiet sind Bestandteile ehemaliger mittelalterlicher Handelswege, die nicht nur die nächsten Orte untereinander verbunden haben, sondern überregionalen Charakter hatten.

Dass die Routen wichtiger Handelswege ausgerechnet durch dieses Gebiet verliefen, hatte topografische Gründe, Steigungsarme Überwindungen von Teutoburger Wald und Wiehen/Wesergebirge sowie Furten durch Werre und Weser waren die Leitpunkte der Wegeführung.

So verlief ein wichtiger Weg, die Kölner Straße, durch den Bielefelder Pass kommend, die Werre in Herford überquerend, über die Höhen Schwarzenmoors in Richtung Rehme oder Gohfeld. Bevor die Werre oder die Weser überschritten wurde, vereinigte sich die Kölner Straße mit dem Frankfurter Weg. Dieser aus dem Süden kommende Weg, im Mittelalter als Via Regia (Königsweg) bezeichnet, führte über Paderborn durch die Dörenschlucht im Teutoburger Wald nach Schötmar und Salzuflen, um über Exter Rehme zu erreichen. [3]

Varianten waren die Strecken über Schötmar und Vlotho oder über Detmold, Lemgo und Vlotho. Bei Rehme konnte die Werre durch die "Steinfurt" überwunden werden, um am linken Ufer der Weser durch die Porta über Minden Norddeutschland und damit Bremen, Hamburg oder Lübeck zu erreichen. [4] Eine Alternative war die Nutzung der nahen Weserfurt bei Vössen, hier konnte über Hausberge die Porta am rechten Weserufer passiert werden.

Da das Durchfahren der Werre- und Weserfurt bei Rehme vom Wasserstand abhing und nicht zu jeder Jahreszeit möglich war, reichte im Spätmittelalter aufgrund der durch das Bevölkerungswachstum gestiegenen Frequentierung der Wege diese Überquerungsmöglichkeiten nicht mehr aus und man suchte nach anderen Möglichkeiten. [5]

In Gohfeld entstand die erste Brücke über die Werre, sie wird 1428 anlässlich von Grenzauseinandersetzungen zwischen der Grafschaft Ravensberg und dem Bistum Minden erstmalig erwähnt. [6] In Vlotho sorgte eine Fähre für trockenes Übersetzen von Fuhrwerken über die Weser. 1423 finden wir den ersten Hinweis darauf in einer Urkunde der Äbtissin Ilsabein von Hilvertinchusen des Klosters Vlotho. [7]

Diese technischen Neuerungen lenkten die Verkehrsströme um. Neue Wegetrassen entstanden und bis dahin weniger genutzte Wege bekamen mehr Bedeutung. Der einst verkehrsgünstige und strategisch wichtige Ort Rehme, erstmalig 753 anlässlich eines Kriegszuges des Frankenkönigs Pipin gegen die Sachsen "Rimi" (Rand) genannt und Standort der ersten Taufkirche für den Weserraum, verlor durch die Verlagerung der Wege seine überregionale Bedeutung. [8]

Dieses Beispiel macht deutlich, wie sich die Priorität der Wege änderte. Nicht die Großen dieser Welt, sondern die Menschen vor Ort nutzten die Hohlwege weiter. Im Verlauf der Jahrhunderte ist somit ein Wegenetz entstanden, dessen Spuren wir an vielen Stellen heute noch vorfinden.

Die Hauptwegeverbindungen fächerten sich oft zu parallelen Alternativtrassen auf, um sich an Furten und Pässen wieder zu vereinigen. Jede Trasse bestand wiederum an den vielen Steigungen aus manchmal bis zu zehn nebeneinander liegenden Hohlwegesträngen. Ursache hierfür war das immer wieder neue Erschließen einer Fahrspur neben dem zu tief und morastig gewordenen alten, nicht mehr benutzbaren Weg, dem Hohlweg.

Bei der Wahl der Fahrrouten gab man vorwiegend den trockenen, ganzjährig befahrbaren Höhen den Vorzug. Man nutzte Wasserscheiden, um die nassen Siekausläufer mit ihren Quellgebieten zu umfahren. Sumpfige Talbereiche wurden nur bei einer unbedingt notwendigen Überquerung eines Baches auf dem kürzesten Wege berührt. Fuhrleute nahmen lieber einen anstrengenden steilen Anstieg eines Berges in Kauf, als mit Pferd und Wagen im Sumpf stecken zu bleiben.

Templer und Kaufleute - Spuren ins Mittelalter

Bild: Planwagen um 1360

Neben dem von Norden nach Süden verlaufenden Frankfurter Weg und der von Südwest nach Nordost führenden Kölner Straße gab es eine weitere wichtige von Osten nach Westen führende Verkehrsader.

Hier lohnt es sich genauer hinzusehen, da an dieser Straße die vielen Facetten der Wegeforschung deutlich werden.

Von dem Weserübergang zwischen Rinteln und Hameln kommend verlief die Straße über Möllenbeck, Langenholzhausen, Bentorf und Wehrendorf nach Exter, und weiter bis Herford zur Doppelfurt von Aa und Werre. Der Schreiber der Akten der Ravensberger Landesverwaltung im 16. Jahrhundert war der Auslöser für die genaue Untersuchung der Geschichtswerkstatt dieser in historischen Kreisen nicht bekannten Verkehrsverbindung.

So finden wir bei der Aufstellung der Rechte und Einkünfte des damaligen Landesherren, dem Herzog von Jülich-Berg, im Amt Vlotho im Jahr 1556 : "To Werendorp is ein Lanttoll welcher strathe van Brunßwight, Hildeßem na Herforde, Bilvelt, Oßenbruge, Münster geit" [9]

Die Tatsache, dass es sich damals für den Untervogt Krieger lohnte, im Auftrag des Landesherrn in Wehrendorf von den durch Ravensberg ziehenden Kaufleuten Zoll einzunehmen, belegt die intensive Nutzung dieser Straße, die die großen Wirtschaftsräume von Braunschweig bis Osnabrück miteinander verband. [10]

Es handelt sich zwar nur um eine Momentaufnahme aus dem 16. Jahrhundert, aber die daraufhin gesuchten und an vielen Stellen zwischen Herford und Rinteln vorgefundenen Hohlwege belegen die Wegeroute und deren kontinuierliche Nutzung. Aufgrund von alten Karten konnte z.B. ein ehemaliges Hohlwegeteilstück lokalisiert werden, das in Valdorf auf dem Feld von Landwirt Lohoff heute noch als Delle im Geländehorizont zu sehen ist. Der in der topografischen Karte von 1900 noch eingezeichnete tiefe Geländeeinschnitt wurde in den Folgejahren zugeschüttet und in Ackerland umgewandelt. Für dieses Beispiel gibt es eine schriftliche Quelle, denn im ersten Brandenburgischen Kataster von 1685 wird bei Johan zu Südmersen das Feld neben den Hohlwegesträngen als "Straatkamp" (Kamp an der Straße) bezeichnet. [11]

Die Vermutung des weiteren Trassenverlaufs bestätigte sich durch Vorhandensein eines in einem Waldstück konservierten Hohlweges. [12]

Die Bedeutung dieser Straße schon für das Mittelalter wird in den Matrikeln (Verzeichnissen) des Kirchspiels Valdorf deutlich. Pastor Lohmeyer aus Exter, Verfasser der ersten über seinen Ort geschriebenen Chronik von 1854, zitiert aus den ihm noch vorgelegenen alten Matrikeln: "Im Mittelalter, nach der Zeit der Kreuzzüge, hatten hier zu Wehrendorf die Ritter vom Orden der Tempelherren ... ihren Sitz. Zur Zeit des Faustrechts und der Anarchie in Deutschland mochten sie vielleicht in hiesigen unbebauten Gegenden ... reisende Kaufleute von einer Stadt in die andere geleiten und ihnen ihren starken Schutz angedeihen lassen." [13]

Der Sitz der während der Kreuzzüge gegründeten Templer in Wehrendorf kam nicht von ungefähr - kreuzten sich doch hier der nachgewiesene Ost-West Handelsweg mit dem eingangs beschriebenen Frankfurter Weg. Aufgrund des Verbots und der Vernichtung der Templer durch Papst Clemens V. im Jahr 1312 kann deren Rolle auf den Handelswegen in Wehrendorf auch zeitlich eingeordnet werden.

Kirchen, Klöster, Dörfer - Die Straße verbindet

Schriftliche Hinweise für die Bedeutung dieser Verkehrsverbindung von Braunschweig nach Osnabrück für die Zeit des frühen Mittelalters liegen uns leider nicht ausreichend vor.

Hier helfen uns allerdings die im Rahmen der Forschungen gewonnenen Erkenntnisse, das alle alten Klöster und Kirchorte an wichtigen Verkehrsknotenpunkten lagen.

In Herford entstand um 800 die Reichsabtei - ein Frauenkloster [14] - und in Möllenbeck wurde im Jahre 896 durch Gräfin Hildburg ein weiteres Frauenkloster gegründet. [15]

Für die umliegenden Bauerschaften war Wehrendorf der Kirchort, bevor die Kirche um 1200 ins benachbarte Valdorf verlegt wurde. Das Gleiche galt für die ebenfalls an der Verkehrsachse liegende Kirche in Langenholzhausen an der Osterkalle. Den Ausschlag für die Gründung der Marienkirche auf dem Luttenberg im Jahr 1011 und dem damit verbundenen Stift auf dem Berge für die Frauen des niederen Adels, direkt an der von Herford kommenden Straße gab auch hier die verkehrsgünstige Lage. Diese Tatsache ist das Eine, die Visionslegende, in der einem Hirtenjungen die Jungfrau Maria erschien, das Andere. [16]

Den Verlauf der alten Straßenführung sehen wir für das Mittelalter, im Gegensatz zu Schierholz und Pape aber nicht über die heutige Bismarckstraße, sondern über den Steinweg direkt an der Marienkirche vorbei, den Kirchweg (parallel der Vlothoer Straße) nutzend, um neben dem Wasserhochbehälter und hinter dem Vlothoer Baum am Stuckenberg entlang zu führen. [17] Eine Alternative dazu finden wir im Verlauf der Meierstraße. Der Weg über die heutige Bismarckstraße wurde vermutlich erst mit der Gründung der Herforder Neustadt 1224 und der damit verbundenen neuen Verkehrsführung durch das Lübbertor interessant.

Eine weitere wichtige Quelle zur Altersbestimmung dieser überregionalen Verkehrsverbindung ist die Siedlungsforschung, denn Siedlungen sind untrennbar mit dem Verlauf der Wege verbunden.

Entlang der Ost-West Achse finden wir, wie an einer Perlenkette aufgereiht, die Altorte Herivurth (Herford), Welsincktorpe, Exterde (Exter), Halvessenen (Hollwiesen), Wirincthorp (Wehrendorf), Suttmereshusen (Südmersen), Bentorff (Bentorf), Langhenholthusen (Langenholzhausen) und Molenbeke (Möllenbeck).

Sie sind alles Orte, deren Entstehen nach ihrem Namen durch die Erkenntnisse der allgemeinen Siedlungsforschung bis in die Fränkische bzw. Altsächsische Zeit, 500 - 800 nach Ch., datiert werden können.

Für das gesamte Untersuchungsgebiet gilt: Jeder Altort liegt an einer wichtigen überregionalen Verkehrsverbindung. Durch diese Erkenntnisse konnten auch die im 12. Jahrhundert in den Lehnsregistern des Klosters Herford genannten Orte im Betrachtungsgebiet lokalisiert bzw. richtig zugeordnet werden. [18] So lag das fälschlich für Welsdorf in Lippe gehaltenen Welsincktorp tatsächlich in Schwarzenmoor direkt an der von uns näher beschriebenen Straße. Durch ein 1495 erstelltes Güterverzeichnis der Ritter von Westfalen haben sich die Vermutungen der Geschichtswerkstatt bestätigt: "... Itm Welsincktorpe und die Beack mitt der breden in Holtte und in Velde belegen (gelegen) tuschen (zwischen) dem Vlotischem Wege und der Egge." [19] Hier sind die Ländereien der heutigen Höfe von Laar und Hellweg in der Nähe der Autobahnmeisterei beschrieben.

Vlothoer Hafen - vom Schiff aufs Fuhrwerk

Bild: (2006) Hohlweg zwischen Exter und Wehrendorf. Teilstück des Weges von Braunschweig nach Osnabrück. Noch heute im Volksmund "Herforder Straße" genannt. Der Straßenabschnitt Herford-Exter spielte eine besondere Rolle, denn er wurde schon früh als Verbindung zum Vlothoer Hafen genutzt. Handelswaren, die mit Schiffen in Vlotho ankamen, wurden in Fuhrwerken über die Landwege in die großen Städte weitertransportiert. Belegt sind regelmäßige Frachten nach Herford, Bielefeld, Wiedenbrück, Paderborn, Soest, Dortmund und sogar bis Elberfeld (heute Teil von Wuppertal).

Hauptprodukte, wie sie beispielsweise im 16. Jahrhundert über Bremen in Vlotho ankamen, waren laut Zolllisten Tran, Teer, Stockfisch, englisches Tuch, Butter, Käse und Gewürze. Der gesamte Leinsamenimport aus dem Ostseeraum/Baltikum für Westfalen erfolgte über den Vlothoer Hafen um von hier aus auf dem Landweg ans Ziel zu gelangen. Über Vlotho exportiert wurden große Mengen an Leinwand, insbesondere Löwendlinnen (grobe Leinwand), die sich besonders als Segeltuch eignete. [20]

Eine gut organisierte Vlothoer Fuhrmannschaft sorgte für zuverlässige Transporte. Bauern verdienten sich in der arbeitsarmen Jahreszeit durch Transportdienste mit ihren Gespannen einiges hinzu.

Besonders wichtig war der Vlothoer Hafen für die Stadt Herford, deren Handelsaktivitäten als Hansestadt in großen Teilen über Vlotho abgewickelt wurden. Wir hören zum Beispiel 1670 von einer Beschwerde des Herforder Rates über die "schlechten Zustände" im Vlothoer Hafen. Um den Landweg von Vlotho über Exter nach Herford und die daraus folgenden Kosten zu vermeiden, versuchte die Stadt Herford immer wieder, die Werre schiffbar zu machen. Schon aus dem Jahre 1457 wissen wir von Verhandlungen zwischen dem Mindener Bischof und der Stadt in dieser Sache. [21] Bis zum heutigen Tage ist das Vorhaben ein Traum geblieben.

Bild: Dargestellt sind die wichtigsten Verkehrswege im 16. Jahrhundert. Hervorgehoben ist die Ost-West-Achse, der Weg von Braunschweig, Hildesheim, Whrendorf über Exter, Herford nach Osnabrück und die Anbindung des Vlothoer Hafens

Hellweg - Name aus der Vergangenheit

Heute sind die Straßen klassifiziert in Autobahn, Bundes-, Land-, Kreis- und Gemeindestraßen. In der Vergangenheit, vor der Zeit des modernen Kunststraßenbaus, gab es ebenfalls Unterschiede in der Bedeutung und damit der Nutzung.

Es gab drei wichtige Straßentypen: Überregionale Landwege, Handels- und Heerstraßen; Wege zwischen benachbarten Dörfern und Städten sowie sonstige Wege von lokaler Bedeutung

Alle Typen sind im Betrachtungsgebiet vorhanden, wobei die überregionalen Landwege dominieren. Fast alle wichtigen Wege werden in Urkunden, Registern und Akten als Hellwege bezeichnet. So auch unsere Straße nach Braunschweig, die als Ortsangabe dient, wenn im Ravensberger Urbar von 1556 bei dem Halbspänner Johan Deppendorf vermerkt wird: "ein Kamp vor dem Hove uf den Helweg schiessend" [22]

Der heutige Familienname Hellweg und die Straßenbezeichnung "Auf dem Hellweg" in Schwarzenmoor haben ihren Ursprung in diesen alten Zeiten. Die Bedeutung des Begriffes Hellweg war in wissenschaftlichen Kreisen lange umstritten, die Deutungen sehr verschieden, sie reichten von Salzweg bis Höllenwege. Durchgesetzt hat sich allgemein Hellweg = Heiler Weg, also vollständig nutzbarer Weg. [23] Diese Deutung deckt sich mit den Ergebnissen unserer Forschungen.

In Teilstrecken sind andere Wegebezeichnungen überliefert, so sprechen noch heute die alten Leute über den gut erhaltenen Hohlweg zwischen Exter und Wehrendorf als "Herforder Straße". In dem schon genannten Güterverzeichnis von 1495 wird das Teilstück zwischen Herford und Exter als "Vlothischer Weg" bezeichnet. Bei Bentorf wird dieselbe Straße "Mönchenweg" genannt. Vermutlich weil die Mönche des Klosters Möllenbeck über diesen Weg ihre dem Klosterunterhalt dienenden Bauernhöfe erreichten. Hier zeigt sich, dass die Begriffe Straße und Weg parallel gebraucht wurden und somit keine Klassifizierung darstellten.

Die ursprüngliche Bedeutung des Wortes "Straße" führt der Namensforscher Jellinghaus auf "durch die Wälder gehauener Pfad" zurück. [24]

Straßenunterhaltung - die Hohlwege wurden immer tiefer

Mit dem Wachstum der Bevölkerung im Mittelalter wuchs die Benutzung der Verkehrswege an. Anscheinend war es schon damals mit der Disziplin auf den Straßen nicht weit her, denn in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts finden wir im Sachsenspiegel, einem Rechtsbuch, die ersten schriftlich festgehaltenen Verkehrsregeln.

"Des Königs Straße soll so breit sein, das ein Wagen dem anderen ausweichen kann. Der unbeladene Wagen soll dem beladenen ausweichen, der leichter beladene dem schweren, der Reiter dem Wagen, die Fußgänger dem Reiter. Befindet man sich aber in einem engen Wege oder auf einer Brücke und verfolgt man einen Reiter oder Fußgänger, so sollen die Wagen stille halten, bis sie weiter kommen können. Welcher Wagen zuerst auf der Brücke ist, soll zuerst hinüber, er sey leer oder geladen." [25] Diese Bestimmungen hatten 500 Jahre ihre Gültigkeit, noch im 18. Jahrhundert zitieren die festgelegten Fuhrmannsrechte sie fast wörtlich. [26]

Die im Sachsenspiegel geforderten breiten Straßen blieben bis auf wenige Ausnahmen ein Wunsch. Die Regel war der "enge Weg", der Hohlweg.

Begegnungsverkehr war in einem Hohlweg nicht möglich. Deshalb, das erzählt heute noch die Überlieferung, gab man beim Einfahren Signale durch lautes Knallen mit der Peitsche. Oft jedoch stand an Steigungen aufgrund der vielen nebeneinander liegenden Hohlwegestränge eine eigene Fahrspur zur Verfügung.

Mit dem steigenden Verkehrsaufkommen im Spätmittelalter wurde die Unterhaltung der Straßen immer wichtiger. So zog die Obrigkeit ihre Untertanen zur Wegeausbesserung heran.

Anlässlich der im September 1535 erfolgten Verpflichtung der Vlothoer Vögte Johan Kroener und Goddert von Royngen wird vermerkt: "Item zur Burchfestung (Burgunterhaltung), hagen Knyckung und Landwerung (Unterhaltung der Grenzbefestigungen) Wege- und Stegebesserung ist das gantz ampt zu dienen schuldig." [27]

Aufgrund der vielen überregionalen Landwege und den damit durch auswärtige Fuhrwerke entstandenen Wegeschäden war die Motivation der Eingesessenen eher begrenzt. Die Klagen über die Zustände der Straßen in unserem Untersuchungsgebiet nahmen beständig zu.

Von einer effektiven Unterhaltung konnte keine Rede sein. Im Gegenteil, die Bevölkerung nutzte das aus den Hohlwegen ausgeschwemmte Erdmaterial mit Kotanteil durch Zugtiere, zur Düngung ihrer Felder. Ein an sich vernünftiger Vorgang, wurden doch durch immer neue Hohlwegestränge die Felder der Bauern arg in Mitleidenschaft gezogen. Dabei sind allerdings die Straßen zerstört worden, da zum Auffangen große Erdlöcher in die Fahrbahn gegraben wurden, die für die Fuhrwerke manch einen Achs- und Radbruch nach sich zogen.

Schon 1688 musste der preußische Kurfürst Friedrich Wilhelm darauf in einer Polizeiverordnung unter der Ziffer 14 mit Strafe drohen: "Ob jemand die gemeinen Land-Strassen mit gefährlichen Erd-Gruben beschädigt..." [28]

Bild: (2004) Noch heute können sich Hohlwege aufgrund des lockeren Untergrundes weiter eintiefen. Blick in einen Hohlweg am Bonstapel, ehemals eine Variante des Frankfurter Weges zwischen Lemgo und Vlotho.

Justus Möser beschreibt den Zustand der westfälischen Straßen mit drastischen Worten: "... flicken und flicken, bis sie die ganze Natur jener Wege zerstört und durch den nächsten den besten Sand oder Kot, Wasen, Stroh und Quecken das sonst noch erträgliche Terrain zu grundlosen Morästen und Fluch auspressenden Mordwegen umschaften." [29]

Ausnahmen finden wir nur in den Städten wo versucht wurde, die Fahrbahnoberfläche mit Steinen dauerhaft zu befestigen. Straßennamen wie "Steinstraße" in Vlotho oder "Steinweg" in Herford künden von dieser Besonderheit im Gegensatz zu den vielen morastigen Hohlwegen auf dem Land. Zur Finanzierung der Wegeunterhaltungsmaßnahmen in Vlotho erhob man im 17. Jahrhundert an den Eingangsschlagbäumen der Stadt ein Wagengeld. Jeder auf dem Weg zum Hafen oder zur Fähre über die Weser Richtung Minden fahrende Wagen musste 1 Mgr. (Mariengroschen) und jede Karre 1/2 Mgr entrichten. Auch die durch Hochwasser weggerissene Brücke über der Vlote (Forellenbach) konnte mit diesen Mitteln wieder neu aufgemauert werden. [30]

Über den Zustand des beschriebenen Ost-West-Weges in dem Teilstück zwischen Exter und Herford informiert ein Schreiben des Kirchlichen Konsistoriums in Bielefeld 1666. Unter anderem wurden die schlechten Wegeverhältnisse beklagt, um zu begründen, warum die zur Stiftberger Kirche gehörenden Exteraner eine eigene Kirche beanspruchten.

"...hatt sich die Baurschaft alda Gott lob nunmehro so gemehret, dass ... bey die 60 Fewrstetten sich alda befinden. ... sein selbige von der StifftsKirchen so weith entfernet, dass theils bey fünf, theils vier, die übrigen fast alle, über drey stunden, wen ihren Gottes Dienst nach der Stiffts Kirchen verrichten wollen, von und zu Haus zubringen müssen. ...Ist der Weg wegen des Leymens, Kleyes und großer Ungleichheit, dermaßen böß und schlim, auch irreparabell, dass, insonderheit bey etwahligem Ungewitter und bey Winters Zeit, derselbe schwerlich zu paßiren, ... Daß mit unglaublicher Ungelegenheit die Todten auch nach dießer Kirchen bringen und offters sechs pferde zum vorspan gebrauchen müssen, welches aber bey den geringen Leuten, so keine pferde halten auch des vermögens nicht sein, selbige für Geld zu hewern, ..." [31]

Diese Beschreibung der Zustände auf den Wegen bzw. in den Hohlwegen macht deutlich, wie sehr die Bevölkerung auf gute Verbindungen angewiesen war.

Bild: Fuhrleute, Bauern, Reisende (Ausschnitt aus einem Gemälde von Jan Breughel d. Ä. aus dem Jahre 1605)

Mobilität - Straßen als Begegnungs- und Erlebnisraum

Exemplarisch für die verschiedenen Nutzergruppen stellen wir in einem Exkurs die Menschen vor, die auf den Straßen unterwegs waren.

Aus der größten Gruppe, der Fuhrleute, ist im Juni 1795 der Fuhrmann Arenhölter nach Bielefeld unterwegs, um dem Kaufmann Crüwell (vermutlich der Bielefelder Zigarrenfabrikant) die im Vlothoer Hafen angekommenen vier Holzfässer mit Stärke auszuliefern. Vermittelt hatte die Fracht der Vlothoer Spediteur Johan Adolph Fischer, der dem Auftraggeber dafür 4 Reichstaler u. 6 Mariengroschen in Rechnung stellt. Er vermerkt auf dem Frachtbrief: "Wünsche guten Empfang". [32]

Seit dem 17. Jahrhundert sind die Wanderarbeiter Richtung Holland und Friesland zu Fuß unterwegs um dort am Deichbau zu arbeiten, Wiesen zu mähen, Torf zu stechen oder später Ziegel zu brennen. Viele Hollandgänger kamen aus Nord-Lippe und waren aufgrund fehlender Arbeitsplätze gezwungen, einwöchige Wege in Kauf zu nehmen, um ihre Familien zu ernähren. [33]

Die meisten Bauern im Amt Vlotho waren dem Herzog von Jülich-Berg eigen. Die Abgaben und Dienstleistungen die der Halbspänner Jacob Hertoge im Jahre 1556 auf den Verkehrswegen im Amt abwickeln muss, sind im Ravenberger Urbar beschrieben. An Naturalien müssen zum Amtshof 1 Schwein, 2 Hühner und 1 molt Haver gefahren werden. Wie auch seine Nachbarn muss er den Zehnten der Ernteerträge in das Kornhaus liefern. [34] Jede Woche muss er einen Tag mit zwei Pferden auf den Burgländereien arbeiten sowie jährlich fünf Leibdienste ableisten.

Auf den Straßen sind zu Fuß Boten unterwegs, die die Aufgaben der erst später entstandenen Post wahrnahmen. Wir lernen in den Aufzeichnungen des Ravensberger Urbars die alleinstehende Geißke von Exter kennen, die 1556 verpflichtet ist, "..mit botschaft zu gan." [35]

Besonders mobil sein mussten die Bauern Marten und Altrogge im Kipshagen, von Vlotho aus Richtung Herford gelegen. Die ehemaligen Herforder Klosterhöfe sind nach dem Aussterben der Ritter von Arnholte im Erbgang an die von Cornberg auf Schloss Hüffe bei Lübbecke gelangt. Um ihre Verpflichtungen zu erfüllen, mussten die Eigenbehörigen im 17. Jahrhundert eine fast 40 km Wegstrecke zurücklegen.

Neben dem Anliefern der Naturalabgaben hatten die Kipshäger gemeinsam mit den Bredenbekern (heute Falkendiek) eine Woche lang auf dem Schlosshof in Lübbecke Mist zu fahren. Außerdem waren sie verpflichtet aus Paderborn zwei Fässer gutes Bier und aus Salzuflen am St. Jakobstag sechs Malter Salz aus der zum Schloss gehörenden Salzsiederstätte abzuholen, um es nach Hüffe zu fahren. [36]

Zu allen Zeiten waren viele Menschen auf der Straße unterwegs, um in den Mühlen ihr Korn malen zu lassen. Nicht jede Mühle in der Nachbarschaft durfte aber genutzt werden. Aufgrund des Mühlenzwanges war es jeweils nur eine bestimmte Mühle. Für die Bauern im Amt Vlotho war die Mühle des Königs, die Plattenmühle in Valdorf zuständig. Für viele ein Ärgernis, hätte doch beispielsweise für die Exteraner die Nutzung der Möllerschen Mühle im Ortskern, im Mittelalter zum Haupthof Exterde der Abtei Herford gehörig, beschwerliche lange Wege überflüssig gemacht.

Straßen waren aufgrund der geringen Reisegeschwindigkeiten Erlebnisräume. Hier trafen Fuhrleute, Handwerksburschen, Reisende, Wanderhändler, Bettler, Hausierer, Vagabunden, Marktbesucher, sogenannte Zigeuner (auch Tatern genannt), Bauern, Musikanten, Soldaten, Studenten und Mönche zusammen.

Wirtshäuser wie der Krüger in der Kuhle zu Exter oder Kieger in Wehrendorf, Märkte wie der Visionsmarkt (der frühere Pagenmarkt) am Luttenberg in Herford und der Markt im Wattenberge in Wehrendorf, oder der Schmied Hempelmann in Exter waren Treffpunkte und für die Einheimischen auch Einnahmequellen. Informationen aus der weiten Welt waren erhältlich, aber genauso schnell ansteckende Krankheiten. Wie zum Beispiel 1349 die sich in Europa rasend schnell über die Verkehrswege ausbreitende große Pest. [37]

Bild: Hohlweg bei Riepe-Schäfer zwischen Exter und Ortskern und Hagenmühle, eine der Varianten des Frankfurter Weges und alte Straße von Exter nach Salzuflen. Heute Rückzugsgebiet für Flora und Fauna, aber auch für abentuerlustige Kinder

Schlussbetrachtung und Ausblick

Die Zeitreise durch die Hohlwege unserer Region endet mit dem Bau der Kunststraßen im 19. Jahrhundert. Nach französischem Vorbild erhielten jetzt die Fahrbahnen Seitengräben, deren Entwässerungsfunktion ein Entstehen von Hohlwegen verhinderte. Breite Trassen ermöglichten Begegnungsverkehr. Durch Trockenlegung von Talbereichen waren topografisch günstigere Linienführungen möglich, die Grundlage des heutigen Straßennetzes. Dieser planerische sowie finanzielle Kraftakt konnte nur durch die Abschaffung der Kleinstaaterei möglich werden; zentrale Planungsbehörden setzten sich bei der Wahl der Trassen über Einzelinteressen hinweg.

Die vielen Hohlwege stellen heute nicht nur historisch wichtige Spuren dar, sie prägen und gliedern vor allen Dingen unsere Landschaft und sind Lebensräume für eine vielfältige Pflanzen und Tiergesellschaft. [38] Hohlwege sind schützenswert, einzelne sind als Bodendenkmal eingetragen, weitere Eintragungen sollten folgen. [39] Diese können jedoch keinen sicheren Schutz gewährleisten. Das Wissen um die Einmaligkeit der Hohlwege muss vielmehr dazu beitragen, dass ein sensibler Umgang selbstverständlich ist und zum Beispiel Verfüllungen unterbleiben. Der vorliegende Aufsatz soll die Kenntnisse über diese Zeugen der Vergangenheit vertiefen. Er stellt den momentanen Forschungsstand der Geschichtswerkstatt vor. Angesichts der Vielschichtigkeit und Komplexität der Hohlwege- und Verkehrsgeschichtsforschung soll die Auseinandersetzung mit dem Thema möglichst viele Interessierte zum Mitmachen animieren. In diesem Sinne sind professionelle Historiker und ortskundige Heimatforscher aufeinander angewiesen. - Kritik und Anregungen, Informationen und Tipps sind unbedingt erwünscht.




Quellen:

Text: Kreisheimatverein Herford, Historisches Jahrbuch für den Kreis Herford 2007, Verlag für Regionalgeschichte, Bielefeld, 2006

1 Strassmann, Arno, "Hohlwege als historische Landschaftsbestandteile Westfalens", Heimatpflege in Westfalen, 17. Jg. 1/2004, Seite 1

2 Pape, Rainer, Herfords frühe Verkehrslage und Besiedelung in:, Herforder Jahrbuch XXIV, Herford 1988, Seiten 78-87

3 Huneke, Andreas/Quaschny, Rico Hrsg., Rehme 1250 Jahre, Orts- und Heimatgeschichte eines Mindes-Ravensberger Dorfes, Bielefeld 2003, Seite 49 Schäfer, Ulrike, Historische Wege - Wege in die Vergangenheit, Grundzüge der Entwicklung der Verkehrsgeschichte und des Straßenbaus, Herausgeber:, Zweckverbände "Bevorzugtes Erholungsgebiet Büren/Bad Wünnenberg" und, Zweckverband "Bevorzugtes Erholungsgebiet Altenautal", o. J, Seite 33-34

4 Staatsarchiv Münster, Domkapitel Minden, Akta 466, zitiert nach: Backs, Heinrich, Die Dehmer Mark 1584-1740, In: Beiträge zur Heimatkunde der Städte Löhne und Bad Oeynhausen, Beiheft zu Sonderheft 5

5 Vgl. Huneke, Andreas/Quaschny, Rico Hrsg., Rehme 1250 Jahre Orts- und Heimatgeschichte eine Minden-Ravensberger Dorfes, Bielefeld 2003, Seite 48-49 - Anm.: Frankenkönig Karl der Große wurde im Winter 785 durch Hochwasser daran gehindert, die Werre oder Weserfurt bei Rehme zu durchqueren. Der Feldzug gegen die Sachsen musste abgebrochen werden.

6 Koechling, Ludwig, Rehme zur Zeit der Karolinger, in: 1200 Jahre Rehme, Rehme 1953, Seite 94

7 Staatsarchiv Münster, Ravensberger Urkunden Nr. 63

8 Koechling, Ludwig, Rehme zur Zeit der Karolinger, in: 1200 Jahre Rehme, Rehme 1953, Seite 58-60

9 Mager, Wolfgang u. a., Das Urbar der Grafschaft Ravensberg von 1556, Teil 3, Münster 1997, Seite 320

10 Anm: Eine Alternativroute verlief über Herford, Salzuflen, Lemgo, Hameln in den Tälern der Werre und Bega zur Weser. Dieses war die Tal-Variante im Gegensatz zu der im Aufsatz beschriebenen Höhentrasse über Exter, Wehrendorf, Langenholzhausen, und Möllenbeck.

11 Staatsarchiv Münster KDK Minden III262 Nr. 1002, Catastrum des Amts Vlotho, 1685 und revidiret Anno 1694, Vogtei Wehrendorf, Bauerschaft Valldorf, Seite 2

12 Ortsbegehung von Mitgliedern der Geschichtswerkstatt am 23.3.2004

13 Lohmeyer, Carl, Exter und seine Umgebung beschrieben 1854 im Mai, Exter 1854, Nachträge Ziffer 4, Veröffentlichung in: Geschichtswerkstatt Exter, Carl Heinrich Christian Lohmeyer - Chronik von Exter, Vlotho 1997

14 Anm: Der erste Gründungsversuch des Klosters erfolgt in Müdehorst bei Jöllenbeck auch an einem wichtigen Weg, einem Hellweg. Q: Helmert-Corvey, Theodor, 1200 Jahre Herford - Spuren der Geschichte, Herford 1989, Seite 502

15 Engel, Franz und, Lathwesen, Heinrich, Das Güterverzeichnis des Klosters Möllenbeck bei Rinteln von 1465, Rinteln 1963, Seite IX

16 Pape, Rainer, Herfords frühe Verkehrslage und Besiedlung in: Herforder Jahrbuch XXIV, Herford 1988 Seiten 98-99

17 Schierholz, Herford - Ein Heimatbuch, Herford 1946, Seite 20 sowie Pape, Rainer, Herford frühe Verkehrslage und Besiedelung in: Herforder Jahrbuch XXIV, Herford 1988, Seite 83

18 Darpe, Franz, Einkünfte- und Lehnsregister der Fürstabtei Herford, sowie, Heberollen des Stifts auf dem Berge bei Herford, Münster 1892, Seite 21-51

19 Von Quernheim-Westphalen Herford Lehn, Nr. 104, 1495 Urkunden Staatsarchiv Münster

20 Nordsiek, Hans, Schiffsverkehr und Frachtgüter in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts, in: Schiffahrt, Handel, Häfen, Minden 1987, Seite 93-103 sowie Heil, Georg, Vortrag: Geschichtswerkstatt Exter, Vlothoer Hafen, 2000

21 Pape, Rainer, Acht Pläne zur Schiffbarmachung der Werre aus den Jahren 1457-1920, in: Herforder Jahrbuch Band IV, Herford 1963, Seite 12-14

22 Herberhold, Franz Hg., Das Urbar der Grafschaft Ravensberg von 1556, Band 1, Münster 1960, Seite 489

23 Schäfer, Ulrike, Historische Wege - Wege in die Vergangenheit, Grundzüge der Entwicklung der Verkehrsgeschichte und des Straßenbaus, Herausgeber:, Zweckverbände "Bevorzugtes Erholungsgebiet Büren/Bad Wünnenberg" und, Zweckverband "Bevorzugtes Erholungsgebiet Altenautal", o. J., Seite 34

24 Jellinghaus, H., Die westfälischen Ortsnamen nach ihren Gründungsorten, Dritte Ausgabe, Osnabrück 1923, Seite 161

25 Hennigs, Annette, Gesellschaft und Mobilität, Unterwegs in der Grafschaft Lippe 1680 bis 1820, , Bielefeld, Gütersloh, Verlag für Regionalgeschichte 2002, Seite 81-82 (Zitiert nach: Hitzer 1971, Seite 145-146)

26 Hennigs, Annette, wie vor, Seite 82 ( zitiert: S. Salander 1721, Seite 21)

27 Mager, Wolfgang u.a., Das Urbar der Grafschaft Ravensberg , von 1556 Teil 3, Münster 1997, Seite 262

28 Culemann, Ernst Albrecht Friedrich, Ravensbergische Merckwürdigkeiten, Teil 2, Minden 1747, Seite 51-52

29 Hennigs, Annette, Vom Hohlweg zum Chausseebau, Der lippische Straßen- und Wegebau von 1750 - 1820, in: Die Grafschaft Lippe im 18. Jahrhundert, Bielefeld 1993, Seite 202

30 Grossmann, Karl, Geschichte der Stadt Vlotho, Hg.: Stadt Vlotho, Vlotho 1971 Seiten 109-110 (Original im Stadtarchiv Vlotho: Flecken Vlotho 1678, Bürgermeister Johan Schlüter)

31 Gröne, Walter und Wilhelm, Kirche in Exter 1666 - 1966, Hg.: Presbyterium der Ev. Luth. Kirchengemeinde Exter, Exter 1966, Seiten 28-29

32 Geschichtswerkstatt Exter, Archiv, Sammlung Niemann

33 Hennigs, Annette, Gesellschaft und Mobilität, Unterwegs in der Grafschaft Lippe 1680 bis1820, Bielefeld 2002, Seiten 146-169

34 Herberhold, Franz Hg., Das Urbar der Grafschaft Ravensberg von 1556, Band 1, Münster 1960, Seite 482

35 wie vor, Seite 494

36 Römer, Elisabeth, Die Grundherrschaft des Hauses Hüffe im 17. Jahrhundert, Prüfungsarbeit, Lübbecke 1955, Seite 10-24

37 Grossmann, Karl, Geschichte der Gemeinde Valdorf und ihrer Bauernschaften, Valdorf 1955, Seiten 188-192

38 Strassmann, Arno, "Hohlwege als historische Landschaftsbestandteile Westfalens", Heimatpflege in Westfalen17. Jg. 1/2004, Seiten 5-7

39 Berenger, Daniel, Altwege in Ostwestfalen-Lippe, Erforschung und Erfassung, Wege als Ziel, Kolloquium zur Wegeforschung in Münster 30. November/1.Dezember 2000, Veröffentlichungen der Altertumskommission für Westfalen XIII, Münster 2002, Seite 109-116


Inhaltsübersicht "Historisches Jahrbuch für den Kreis Herford 2007"
Bezugsmöglichkeit

Petra Brennenstuhl - Die Restaurierung des Historiengemäldes *Die Brautwerbung Herzog Heinrichs I. um Mathilde von Enger, 909"
Günter Budde - Belebendes Element in Mennighüffen: Die Fahrkolonne 314
Harald Darnauer - Die Schule der Gemeinde Ahle in der Zeit des Nationalsozialismus
Willi Fleddermann - *Talar, Theater, Todt & Teufel". Wovon die Turnhalle in Südlengern-Dorf erzählen könnte
Brunhilde Gedderth - Sancta Herfordia - Die geistlichen Gemeinschaften als Wirtschaftsfaktoren in der mittelalterlichen Stadt Herford
Ulrich Henselmeyer - Vom castrum Blankena zur Nienburg. Aus der Geschichte eines Herrensitzes bei Bünde
Heinz Höpner - *Veritas odium parit" - Wahrheit bereitet Hass - Die mutige Grabrede des Hiddenhauser Pfarrers Georg Friedrich Seemann
August-Wilhelm König - *Durch diese hohle Gasse muss er kommen"! Mit den Hohlwegen in die Verkehrsgeschichte
Hans-Peter Märgner - Und sie bewegt sich noch ... - Teufelslöcher und Moore in der Valdorfer Mulde
Sibille Mozer-Petkovic - Das Widukind-Grabmal in Enger, St. Dionysius
Horst Paul - Der Bäckeramtsstuhl in der Radewiger Jakobi-Kirche zu Herford
Birgit Rausch - Unter Hottentotten und Garimpeiros. Die Reisetagebücher des Herforder Geologen und Geographen Reinhard Maack (1892-1969)
Melanie Reinelt - Die vergessenen Ordensfrauen (... Mathilden-Hospital Herford)
Norbert Sahrhage - *TuS Spenge kämpft wie eh und je um jeden Zollbreit Boden ..." Zur Geschichte des Feldhandballs in der »Handballhochburg« Spenge
Bernhard Sicherl - Die Ausgrabung im eisenzeitlichen Friedhof "Sonnenbrink" in Spenge. Ein Rückblick nach 70 Jahren
Gunda Steffen-Gaus - Die Amtssparkasse zu Rödinghausen (1885-1943)